Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Mit "Flachgeschenk" und ganz viel Platt

Freundeskreis Platt aus Kyritz feierte 25-jähriges Bestehen  

Dreetz. Feucht-fröhlich - so war sie die Jubiläumsfeier des Freundeskreises der Kyritzer Plattdüütschen Mitte September im Arboretum Dreetz. Die Anhänger der niederdeutschen Mundart aus der Hansestadt begingen bei strömendem Regen, ruppigem Wind und versöhnendem Sonnenschein den 25. Geburtstag ihrer Gruppe.

Mit Liedern, kleinen Geschichten und Gedichten taten das natürlich die Kyritzer selbst, aber auch die Gäste aus Havelberg, Großderschau und Dreetz. Besondere Erwähnung fanden dabei Heinz Müller aus Stüdenitz, Ernst Stadtkus aus Rehfeld und Fritz Neye, letzterer ein Großderschauer, den es der Liebe wegen nach Kyritz gezogen hatte und der sich hier schon bald dem hiesigen Freundeskreis anschloss. Was der damalige Weggang für die Havelländer bedeutet haben musste, brachte Helga Klein vom dortigen Mundartzirkel zum Ausdruck als sie ein Buch und Blumen als Geschenk übergab: "Das Beste haben wir Euch schon gegeben - unseren Fritz". Neye wurde in Kyritz schließlich der Nachfolger von Heinz Müller, dem Vorsitzenden seit 1993, und blieb es über viele Jahre. "Platt hat mir bis zum heutigen Tage nicht nur Freude bereitet, sondern immer auch Kraft gegeben", rief der Senior den gut 80 Gästen der Feier zu, um sie dann in mehreren kurzen Programmpunkten so, wie Annemarie Ostermeier und Helga Post up Platt zu unterhalten. Das gelang in Abwechslung mit den Darbietungen der Plattdüütschen Singegruppe vom Heimatverein Havelberg, Freunden aus Großderschau und dem Dreetzer Chor unter Leitung von Inge Taschenberger. Die Kyritzer Sängerinnen und Sänger des Freundeskreises mit Hermann Trilck am Akkordeon hatten ebenfalls einen weiteren Auftritt. Ihr "Dat du min Leevsten bist", eines der bekanntesten Liebeslieder in Niederdeutsch sangen sie gemeinsam mit den Havelbergern - ein Höhepunkt des Nachmittags. Der machte augenscheinlich auch der Kyritzer Bürgermeisterin Spaß. Nora Görke kam zwar etwas verspätet, dafür aber mit herzlichen und würdigenden Worten sowie einem Kuvert (sie nannte es "Flachgeschenk") mit Inhalt für die Frauen und Männer, die ihrer Muttersprache Platt die Treue halten. Fast zwei Stunden vergingen bei bester Stimmung bis zum abschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken. Die Tafel gedeckt hatten jene, die alles hinterher verzehrten.     Wolfgang Hörmann

VERANSTALTUNGEN

Mo., 18. Dez., 12:00 Uhr
Platt in Schwedt