Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Rundbreef Juni 2015

Viel Applaus gab´s beim 1. Großderschauer Plattfest am 14. Juni bei der Brandenburger Landpartie, denn soviele verschiedene Plattschnacker sind selten zusammen. Aus Putlitz, Kyritz ,Sewekow und sogar aus Havelberg und der Börde waren Freunde des Niederdeutschen angereist, um zu zeigen, daß die Regionalsprache lebendig ist. Der Kolonistenhof mit seinem Bauerngarten, historischen Ackergeräten und dem Ladencafé bot die passende gastliche Kulisse. Im Festzelt reichten die Plätze nicht für alle, aber Petrus hatte ein Einsehen und so wurde niemand bei dem dreistündigen Programm nass. Gastgeberin Helga Klein vom Großderschauer Mundartzirkel gab den fröhlichen Einstand, Nestorin Christa Grähn ergriff das Wort und farbenfroh und tanzfleißig zeigten sich die Bördegäste. Vergnügliches steuerten die Kyritzer Plattschnacker bei und die Schüler von Ulla Berndt aus Putlitz zeigten, daß auch Kinder heute Spaß am Platt reden haben können (Wenn denn Schulen und Lehrer dies zulassen).Musikalisch mit von der Partie war die im Brandenburgischen einzige plattdeutsche Singegruppe aus Havelberg, die zum Mitsingen animierte und für´s Nachhören daheim auch ihre neue CD dabei hatte. Da freut man sich doch schon auf das 2. Plattfest der Großderschauer!

An dieser Stelle wollen wir unsere Großderschauer Jubilarin gesondert würdigen:

Gratulation zum 90. Geburtstag sagen wir Christa Grähn im Namen des Vereins für Niederdeutsch in Brandenburg! Seit mehr als einem Vierteljahrhundert schart, die immer noch rüstige Nestorin die Plattschnacker im Havelland um sich und hält Kontakte zu den Prigitzern und auch den Uckermärkern. Sie hat die Heimat noch auf der Zunge und damit Anteil daran, daß die Regionalsprache im Havelland noch zu hören ist. Möge sie noch lange mit uns platt schnacken.!

Unter den Gästen des Plattfestes in Großderschau war auch Bundestagsabgeordnete Dr.Kirsten Tackmann . Sie unterstützt aktiv unser Anliegen, das Plattdeutsche in Brandenburg zu erhalten und lud in dieser Sache auch zum 2. Parlamentarischen Stammtisch nach Wittstock ein. Mit dem Verein ist jetzt ein wichtiger Schritt vollzogen worden, die Regionalsprache zu bewahren. Auch das Bekenntnis der Stadt Wittstock dafür ist lobenswert, jetzt gilt es Mitglieder zu werben und vor allem für Nachwuchs bei den Plattsprechern zu sorgen. Einen Anfang machen Prignitzer und Uckermärker Plattschacker in Demerthin, Putlitz, Sewekow, Breese und Prenzlau, und bieten nachmittags Platt-Stunden an den Schulen bzw Kitas an. Mit einem Schülerkreativwettbewerb unterstützen wir ihr Engagement. Er wird im Oktober in Prenzlau seinen Abschluß finden. Außerdem organisieren wir einen Workshop für die Platt-Lehrer, die sonst als Einzelkämpfer nur wenig Entgegenkommen in den Schulen finden.

Hier noch eine Leseempfehlung:

Regenbogen, regn mi nich natt,

regn all die Klüsser Kinner natt!

De sitten up´n Dach un äten wat

Un gewn mi keenen Happen af.

Diesen Kinderreim habe ich beim Durchblättern des Prignitzbuches gefunden, das der Hinstorff Verlag 1991 herausgebracht hat. Es ist die einzige heutige Sammlung von Texten über die ganze Prignitz, die auch niederdeutsche Texte enthält. Das Prignitzlied von Hermann Graebke gleich zu Beginn ist nicht sein einziges . Plattdeutsche Gedichte und Geschichten gibt es auch von Carl Fürböter und Ludwig Lehmberg und unserem heute noch fleißigen Platt-Pastor aus Bad Wilsnack Gottfried Winter. Zu bekommen ist das Buch aber nur noch antiquarisch – ISBN 3-356-00398.

Beim Havelberger Heimatverein ist die 2. CD der plattdeutschen Singegruppe „Uns Platt is ok noch wat“ erhältlich.

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VERANSTALTUNGEN

Mo., 18. Dez., 12:00 Uhr
Platt in Schwedt