Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Dat Prignitzer Knieperdräpen

Den Suuern Hans kennt jeder in Kyritz, Havelberg, Pritzwalk oder Wittstock.

Das ist ein Prignitzer Original - allerdings keines auf 2 Beinen: Hinter dem Suuern Hans steht der Knieper – Das Prignitzer Nationalgericht schlechthin. Jetzt im Januar, Februar, März ist seine Hauptsaison. Dann wird die deftige Hausmannskost zum Beispiel im Gasthaus Lamprecht in Lindenberg aufgetischt. Grund genug für ein Knieperdräpen der Plattdütschen: Aus Kyritz, Großderschau, Havelberg, Friesack , den Nachbardörfern und Potsdam waren sie angereist – um sich jetzt schon zum 4. Mal gemeinschaftlich den Knieper schmecken zu lassen und mal wieder Platt zu schnacken. Klar, daß da das Kniepergedicht vom Steffenshagener Carl Fürböter nicht fehlte. (Vom Gastwirt Bernd Lamprecht höchstpersönlich präsentiert)

Dat giwt een Land, is wiet nich vun Berlin
Een Land , wo keene Goldorangen glöhn,
doch wo de Brunkohl wast so stief un stur
un witten Koppkohl för den Knieper sur.
Dor kennt den Knieper jeder Stand ,
dor in mien lewet Prignitzland.  

Dieser ersten Strophe läßt der Plattdeutsch-Dichter noch 6 weitere folgen, doch erst einmal wird im Saal – über 50 Plattschnacker haben hergefunden - serviert, was Mutter Lamprecht in flachen Pfannen vorbreitet hat: Auf Speckseiten geschichtet und mit Schweinebauch vermischt hat das feingehackte , gesäuerte Kohlgemisch aus Weißkohl, Grünkohl und Markstammkohl(traditionell hergestellt von Jeannine Groth in Preddöhl) stundenlang in der Ofenröhre gebrutzelt. Dazu gibt es Pellkartoffeln und Lungenwurst. Es wird kräftig zugelangt , ein Kümmel hinterher und schon is de Tung flott för Vertellsel.

Fritz Neye aus Kyritz, Rotraud Stark aus Havelberg, Helga Klein und Jürgen Wels aus Großderschau, Anngret Thiele aus Vehlow oder Gabriele Ellfeldt aus Kyritz – jeder schnackt, wat ihm ant Hart geiht or wat hei uffschriewen hett. Zum Beispiel vom Pollo, der 750 mm Schmalspurbahn , die früher durch die Prignitz zuckelte und die Güter verband. Lindenberg war damals Schnittpunkt der Linien. Eisenbahnfreunde haben den Pollo nach Jahrzehnten wieder auf zumindest einem Teilstück wieder zum Rollen gebracht. Zwischen Mesendorf und Lindenberg schnauft er jetzt wieder an jedem 2.Wochenende im Sommer und im Winter zu Knieperfahrten. Die letzte Knieperfahrt der Saison ist am 13. Und 14.Februar 2016. Et givt ja noch vööl to schnacken: Vom Jubilar und Miteinladenden des Knieperdräpens Fritz Neye zum Beispiel: Seit Jahrzehnten mobilisiert er die Plattdütschen in und um Kyritz herum , bereichert Plattnachmittage in der Region und auch manche Schulstunde mit seinen plattdüütschen Geschichten. Am 12. Februar 2016 wird der noch immer energiegeladene Kyritzer Plattschnacker 85 Jahre alt

Der Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg gratuliert auf´s herzlichste!

Kann gut sein, daß der Knieper seinen Anteil an der Prignitzer Fitness hat: Dichter Ludwig Lehmberg hält große Stücke darauf und endet mit der 7.Strophe

De Bayer ät gern seine Klüt,
weil se passen don to sien Gemüt.
In Sachsen , da sind´s rieklich fien,
se drinken ehrn Kaffee, öwer söt mutt he sien
De Hollsteener , dat is´n Leckertähn,
de hölt den Spickaal för schön.
De Prignitzer makt een froh Gesicht
to´n Kohl, sein Nationalgericht.

4.Februar 2016 Gaststätte Bernd Lamprecht Lindenberg/Prignitz

Kontakt : Gaststätte Bernd Lamprecht , Hauptstraße 28
16928 Lindenberg / Prignitz,   Telefon: 033982 50796

VERANSTALTUNGEN

Mo., 23. Okt., 10:00 Uhr
2.offene Kita-Paten-Werkstatt in Wittstock
 
Mo., 23. Okt., 14:00 Uhr
Plattrunn in Schwedt
 
Di., 24. Okt., 18:00 Uhr
Stammtisch Plattdeutsch in Wittstock
 
Mi., 1. Nov., 14:00 Uhr
Unnerwegens im Wegemuseum Wusterhausen
 

PLATT IN UNS KIRCH

5. Nov., 15:00 Uhr
Platt in de Kolonistenkirch Großdersschau