Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

Melden Sie sich für unseren Newsletter an:

Eine Plattdütsche Schulpatenschaft

Diese Idee hat Doris Meinke in Prenzlau jetzt verwirklicht. An der Pestalozzi-Grundschule und an der Max-Lindow Förderschule begleitete sie ein Schuljahr hindurch jeweils eine 3. Und eine 6. Klasse. Ob beim Mathe- oder Sachkundeunterricht, bei Projekten oder in der Freizeit – Fru Meinke woar müt doarbi und vertellt wat up platt doartau. Schließlich ist sie upwassen müt Uckerplatt un schriewt nu plattdütsche Vertellsel , moakt oak in Vereen Oadbeernest müt .

Aber die Regionalsprache ist immer weniger zu hören, weil es in den Familien kaum noch gesprochen wird. Das will Doris Meinke, die auch im Landesverein für Niederdeutsch in Brandenburg mitarbeitet, aber nicht hinnehmen. Bleiben die Schulen, aber Platt ist an Brandenburger Schulen offiziell kein Platz, dabei bietet der Lehrplan durchaus Spielraum. Umso erfreulicher das Entgegenkommen  der Prenzlauer Schulen, an denen Doris Meinke bereits plattdeutsche Arbeitsgemeinschaften betreute. Auch die  beiden Klassenlehrerinnen zogen bei diesem Experiment mit, erzählte Doris Meinke bei der öffentlichen Präsentation des Projektes zum Schuljahresende im Theatersaal des Prenzlauer Dominikanerklosters :“ In sehr guter Zusammenarbeit mit Frau Holbe und Frau Schubert konnten wir das Platt wunderbar in den Unterricht einbauen. Und an den Reaktionen und Berichten der Kinder haben wir feststellen können, dass das Plattdeutsch „mit ees werrer“ Thema in den Familien wurde. Eltern staunten über das Gelernte ihrer Sprößlinge und sprachen ihnen sogar nach. Oma und Opa trauten sich „werrer Platt to vertellen“, holten Bücher hervor.  Wi hebben bi uns Arbeit väl Spoaß hat!“ Das zeigten die Schüler auch mit Bravour und mit viel Applaus bedacht vom Publikum im Dominikanerkloster Prenzlau, was übers ganze Gesicht strahlend Doris Meinke registrierte:

„Mir hat mein Projekt wirklich viel Freude gemacht. "
Doch mehr noch, denke ich, konnten sie sich vom Schwung und Spaß der Kinder mit „ihrer“ Mundart überzeugen.

Die Kinder sorgen also schon jetzt mit, in Sachen Plattdeutscherhaltung.

Die Kinder lernten – hier in Plattdeutsch in sehr einfacher, spielerischer Form und deshalb mit schnellen Erfolgserlebnissen – mit Vokabeln und Vokabellisten und Texterfassung umzugehen. Das wird ihnen später beim Erlernen einer regulären Fremdsprache hilfreich sein. Die Kinder sind neugierig geworden: auf Mundart, auf unsere Region, auf unsere Tradition. Sie fragen nach: was Wörter bedeuten, ob es dies oder jenes schon gab, wie man was machte, was üblich war und und.

In der Stadt begrüßen sie mich Plattdeutsch korrekt mit „Fru Meinke“. Ob es eine Fortsetzung der Schulpatenschaft geben wird, ist noch offen . Doris Meinke  wird aber aus dem Material, das im Verlauf des Schuljahres entstanden ist ein Arbeitsheft zusammenstellen. Ob es einmal ein reguläres Fach Plattdeutsch in der 3. Und 4. Klasse geben wird, wie es alle Freunde des Brandenburger Platt gern sähen, steht in den Sternen. Doch das Experiment plattdütsche Schulpatenschaft hat gezeigt: die Regionalsprache kann durchaus den Lehrplan bereichern.

In Mecklenburg hat die Landesregierung sich für´s Plattdeutsche stark gemacht: Hier gibt es nicht nur ausgebildete Lehrer für Niesderdeutsch. An 6 Schulen können Schüler sogar das Plattolinum – das plattdeutsche Abitur ablegen.

 “Dat Abitur up Platt. Wat foer een Droom.

 Doch sie wissen alle: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer….

ach nein, ich will es ja anders sagen: Was Hänschen lernt, das weiß Hans noch immer! In diesem Sinne:

Sprache ist Heimat.

Plattdütsch is Tohus!“

 

 

 

VERANSTALTUNGEN

Mo., 23. Okt., 10:00 Uhr
2.offene Kita-Paten-Werkstatt in Wittstock
 
Mo., 23. Okt., 14:00 Uhr
Plattrunn in Schwedt
 
Di., 24. Okt., 18:00 Uhr
Stammtisch Plattdeutsch in Wittstock
 
Mi., 1. Nov., 14:00 Uhr
Unnerwegens im Wegemuseum Wusterhausen
 

PLATT IN UNS KIRCH

5. Nov., 15:00 Uhr
Platt in de Kolonistenkirch Großdersschau