Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Plattdüütsch im Landtach vun Brannborch

28.2.2016

In Brannborch reedn wi ok plattdüütsch, dat kunnt an Dienstach in Lanntach jerrer hoern. An veertig Lüü werrn noah Potsdam kumm: Vun Prenzlow un Wittstock, vun Wittnbarch , Rheinsberg, Jüterbog , Quitzöwel un Perleberch. Wi hemm sogar tosoamen sung – Dat du mien Leevsten büst... . Erfreulich, wie viele Mitstreiter vom Landesverein für Niederdeutsch quer durchs Brandenburgische gereist waren, um mit der Landtagsabgeordneten Gerrit Große von der Linksfraktion und dem Referatsleiter im Wissenschaftsministerium Clemens Neumann über das heimische Plattdeutsch zu sprechen.

Das Problem: Platt macht sich rar und die Sprecher werden älter. Nachwuchs muß her, aber in den modernen Familien wachsen kaum Plattsprecher heran. Einzelne Kita- oder Schulprojekte, bei denen Kinder platt sprechen lernen, sind unser Versuch, die Regionalsprache zu bewahren. Schließlich fordert die Europäischen Union ihren Erhalt genauso wie bei Minderheitensprachen. Hier fehlen einfach Strukturen für das Plattdeutsche und auch Finanzen. Immerhin hat sich in den letzten beiden Jahren durch den Landesverein für Niederdeutsch etwas getan und auch das zuständige Wissenschaftsministerium zeigt Entgegenkommen. Erst im Herbst ist eine Arbeitsgruppe Niederdeutsch als beratendes Gremium entstanden. Passiv bleibt dagegen das Bildungsministerium, stellte Vereinsvorsitzender Hindrich Enderlein klar. Gerade die guten Ansätze brauchen Stabilität und Kontinuität und einen ministeriellen Ansprechpartner. Platt-Lehrende müssen unterstützt werden, bräuchten auch eine formale Anerkennung(Zertifikat)und „Rückenstärkung“ gegenüber den Schulen, die sich nicht mit noch einem Extra-Thema befassen wollen. Für Kitas bietet das sorbische Witaj-Projekt eine Chance – bei dem schon Krippenkinder mit ihren Erzieher die neue Sprache bei alltäglichen Dingen lernen.

Das Plattdeutsche spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei der regionalen Identität vor allem im nördlichen Brandenburg und im Fläming, woher Vertreter sogar in Tracht angereist waren. Niederdeutsch steht für Heimat und sich wohlfühlen, was auch touristische Bedeutung haben kann. Ein Pilotprojekt Platt in der Pflege ist in Wittstock auf den Weg gebracht worden und wovon sich Brandenburgs Sozialministerin Golze letzten Sommer überzeugen konnte. Jetzt sollen mit Unterstützung vom Gesundheitsministerium ein Wörterbuch und eine CD dazu durch Ehrenamtler entstehen.

Positive Signale gab es auch für die Zentralstelle Prenzlau, eine Niederdeutsch-Literatur-Sammlung im Prenzlauer Dominikanerkloster. Referatsleiter Neumann wird dazu mit Doris Meinke gesondert sprechen.

Niederdeutsch ist ein politisches Thema auf Jahre hinaus – das zeigte die 2-stündige Debatte einmal mehr. Eines, das auch in den anderen Landtagsfraktionen eine Rolle spielen sollte, vor allem aber bei den kommunalen und regionalen Politikern . Dafür müssen wir vor Ort werben – jeder für sich in Prignitz, Uckermark, Barnim , Ruppiner Schweiz, Havelland und Fläming.

Weitere Informationen gibt es auch bei der Landtagsfraktion unter www.linksfraktion-brandenburg.de

VERANSTALTUNGEN

Mo., 18. Dez., 12:00 Uhr
Platt in Schwedt