Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Plattdüütsch Verein, Musik un Sproak

Die Frühlingssonne lockte die brandenburger Plattfreunde zu diesem Schnappschuß in den Hof des Potsdamer Museumshauses zum Güldenen Arm. Viel gab es bei diesem ersten Treffen nach der Gründung des Vereins für Niederdeutsch im Land Brandenburg zu bereden, sodass wir eigentlich einen Tag hätten füllen können. Ein lebhafter Nachmittag mit vielen Ideen und anregend für die Weiterarbeit.

Gruppenfoto Mitglieder

Die Saewkower haben diesen Schwung auch mitgenommen: im Bauerncafé Noehmke wurden plattdüütsche Lieder gesungen und plattdüütsch vertellt, was alles schon ins Rollen gebracht werden konnte. Mit von der Partie: Prignitzer Plattschnacker aus Berlinken und vom Wittstocker Platt-Stammtisch an der Volkshochschule. Nächste Höhepunkte sind der Niederdeutsche Tag am 5.Juni 2016 ab 14 Uhr im Wittstocker Rathaus und der Plattdeutsche Gottesdienst in Sewekow am 12.Juni 2016 um 15 Uhr mit Ute Eisenack aus Neuruppin. Im Blick haben die Ostprignitzer auch eine Theaterfahrt ans Hamburger Ohnsorg-Theater und die Landesgartenschau 2019 in Wittstock, wo die Plattschnacker das Veranstaltungsprogramm mit Niederdeuttschem bereichern wollen.

Auch der Kyritzer Freundeskreis war nicht untätig: Gabriele Ellfeldt, Fritz Neye und Wolfgang Hörmann präsentierten Plattdüütsches vor den Rotariern der Stadt. Dieser Unternehmerklub hat in den jetzt 10 Jahren seines Bestehens einige soziale Projekte in der Stadt, aber auch internationale unterstützt. Deutlich länger sind die Kyritzer Plattschnacker zusammen. Bereits seit 1992 engagiert sich der Freundeskreis für das Niederdeutsche in der Prignitz: Ernst Stadtkus aus Rehfeld, Heinz Müller aus Stüdenitz oder das Ehepaar Grähn aus Großderschau sorgten dafür, daß das Plattdeutsche, wenn auch nicht in aller Munde, so doch nicht ganz verloren gegangen ist. In ihrer Spur sind weiter Fritz Neye und der Freundeskreis unermüdlich und halten die einstige Hansesprache zwischen Stepenitz , Dosse und Rhin lebendig. Das zeigten sie einmal mehr an diesem launigen Abend mit plattdeutsch vorgetragenen Geschichten und Anekdoten.

Ein Blick über die Landesgrenzen empfiehlt sich allen Plattdeutschfreunden, die sich mit Sprache und Musik beschäftigen. Hier hat das Institut für Niederdeutsch in Bremen, die einzige plattdeutsche Wissenschaftseinrichtung für 8 Bundesländer, das Internet-Angebot erweitert. Neuerdings kann man sich in einer speziellen Musikdatenbank über niederdeutsche Sänger und Musikgruppen informieren, die seit dem Jahr 2000 Musik und Lieder veröffentlicht haben: Vom Shanty-Chor bis zum Hip-Hop, ob Blues ,Rock oder Folklore . 140 Einzelinterpreten oder Gruppen von Ina Müller bis Godewind sind vertreten. Zu finden ist die Musikdatenbank auf der Hompage des Instituts unter Recherche/ Musikdatenbank. Ein weiteres Thema ist das INS angegangen, das auch für uns Brandenburger interessant ist.

Plattdeutsche Rechtschreibprüfung

Schreibt man auf Platt he deiht oder he deit? Ist Straten oder Straaten korrekt? Jeder, der plattdeutsche Texte verfasst, steht vor solchen Fragen. Bisher war der Blick ins Wörterbuch oder in die Grammatik notwendig. Unterstützung gibt es nun für alle, die am Computer plattdeutsch schreiben: Für das kostenlose Programm „Libre Office“ liegt eine erste Version einer niederdeutscher Rechtschreibprüfung vor. Auf der Grundlage der Schreibregeln nach Johannes Saß wird ein Text beim Verfassen auf die korrekte Schreibung überprüft.

Entwickelt hat die niederdeutsche Rechtschreibprüfung der Verein „De Plattdüütschen“ aus dem Landkreis Stade. Mehr als 6.000 Wörter in über 33.000 Konjugations- und Deklinations-formen wurden bereits aufgenommen. Gesucht werden nun Freiwillige, die die Rechtschreibprüfung testen und beim Ausbau des Wortschatzes mithelfen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage „Lern Platt“ (http://lern-platt.de/plattdeutsche-rechtschreibpruefung). Dort kann man die Erweiterung für „Libre Office“ auch kostenlos herunterladen.

Zu guter Letzt noch eine andere erfreuliche Nachricht für das Niederdeutsche insgesamt: Die Freie Hansestadt Bremen hat jetzt per Gesetz festgelegt, dass im Rundfunkrat ein Mitglied des Bundesraats för Nedderdüütsch vertreten ist. Zudem wird festgelegt, dass Sendungen in niederdeutscher Sprache im „angemessenen Umfang“ im Programm von Radio Bremen vertreten sein müssen!

 

VERANSTALTUNGEN

Mo., 18. Dez., 12:00 Uhr
Platt in Schwedt