Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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SOMMERTIET

Sommerzeit ist Ferienzeit – Gelegenheit, die Seele baumeln zu lassen. Jeder hat da sein Konzept: in Familie verreisen ans Meer oder in die Berge, mit einem in Buch in der Hängematte liegen oder ohne Handy und Verpflichtungen durch´s Land zu radeln.  Dabei sieht man manches, was auch für uns märkische Plattfreunde interessant sein kann. Ein Hinweis auf platt oder eine plattdeutsche Inschrift an einem Haus. Wir freuen uns auf jeden Schnappschuß!

Kurz vor dem Ferienbeginn waren wir im Bernauer Paulus-Prätorius-Gymnasium im Barnim zum Projekttag eingeladen worden. Wir sollten in der modernen Schule am Rand der Bernauer Altstadt etwas über unseren Verein  und das Niederdeutsche in Brandenburg erzählen. Immerhin gut 20 Teenager zwischen 13 und 16 Jahren waren neugierig auf diese „ulkige Sprache“. Zwar hatten alle schon mal davon gehört, dass  Niederdeutsch aber auch etwas typisch Brandenburgisches ist, war allen neu. Interessiert folgten sie Carina Weber, die an der Potsdamer Uni ihre Masterarbeit über das Niederdeutsche im Unterricht geschrieben hat. Dank Whiteboard konnten wir auch eine Reportage einspielen, die zeigt, wie das Plattdeutsche über Generationen auch außerhalb Deutschlands das ist, was es auch für uns Brandenburger ist: Nicht Folklore sondern Teil der unserer Identität. Unterstützt von Astrid Flügge konnten alle im Verlauf des Vormittags mal ausprobieren, wie unser Brandenburger Platt klingt. Wir hatten Texte im Uckerplatt von Annemarie Giegler und Max-und Moritz-Übersetzungen von Gottfried Winter im Prignitzplatt dafür mitgebracht. Es gab einiges Gekicher, aber letztlich brachten alle einen ordentlichen Vortrag zustande und zum Abschluß konnten wir sogar zusammen „Dat du min Leewsten büst“ singen.

In der Prignitz behauptete sich zwischen gestandenen Schreibenden  Jasmin in Putlitz mit ihrer Geschichte " Wat ick erlewt har, bät mi moal een Elch knutscht hett". Der gesamtdeutsche Verein der 42er Autoren kommt hier seit 2005 jährlich im Sommer zusammen , um augenzwinkernd den "Putlitzer Preis" für witzig-skurrile Texte zu vergeben.

Im Deuschlandfunk waren überdies die Prenzlauer Platt-Kinder von Doris Meinke zu hören. In der Reihe Dialekte in Deutschland vertraten sie Brandenburg.

Aufmerksam machen möchte ich auf die nächsten anstehenden Termine: Für den 25.September 2016 planen wir wieder eine Plattdeutsche Lesebühne ab 15 Uhr im Potsdamer Haus zum Güldenen Arm. Jeder, der plattdeutsche Texte vortragen möchte, auch eigene, ist herzlich eingeladen, sich dafür bei uns zu melden. Kurz danach am 7.Oktober findet der 2.Niederdeutsche Kinder-Kreativ-Wettstreit in der Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam seinen Abschluß. Gäste sind herzlich willkommen. Später im Herbst gibt es noch ein Ereignis in Hamburg, auf das ich aufmerksam machen will: die plattdeutsche Buchmesse, die es seit 1998 gibt. De Plattdüütsch Bökerutstellen findet am 5. und 6.November in den Räumen der Carl-Toepfer-Stiftung in der Peter-Straße 36 statt. In  der Niederdeutschen Bibliothek stellen Verlage , die plattdeutsche Literatur herausgeben ihr aktuelles Angebot vor. Auch Autoren, Illustratoren und Verbände sind dabei , denn das plattdeutsche Buch des Jahres wird ausgezeichnet.Es gibt Lesungen , einen plattdeutschen Gottesdienst im Michel am Sonntag um 10 Uhr und um 16 Uhr ein Abschlußkonzert im Lichtwarksaal. (Die Carl-Toepfer-Stiftung vergibt auch den gesamtdeutschen Fritz-Reuter-Preis, den als einzige Brandenburgerin die Templinerin Erna Taege Röhnisch 1992 erhalten hat.)

Leider muß ich auch noch eine traurige Mitteilung machen, über die uns die Havelbergerin Rotraud Stock informierte. Der Bad Wilsnacker Manfred Schulz, der sich in verschiedenen Gruppen in Bälow und Quitzöbel , auch an Schulen für die plattdeutsche Sprache engagiert hat, ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Sie schreibtWenn wi sung´n hem, hät he uns met sine Treckfeedel beglei´t. Wi wülln em nich vergäten un sin Andenken Ehr´n holl´n.“                                                  

Frau Stock hat uns noch einen plattdeutschen Liedtext von Pfarrer Gottfried Winter geschickt, der nach der Melodie von „Es dunkelt schon >in der Heide“ gesungen werden kann:

De plattdütsch Sproak, de sall bliewen, dor willn wie uns üm bemöhn.
Se het so vööl Murr un Lebennigkeit un klingt ook so wunnerschön.

Wi wülln nich van ehr loaten un se ook nich uutquarteern;
wenn een up Platt wat vertellen deit, denn wülln wi em anhörn.

In Kirch un School mütt se luut wer´n, un woll in de Hüser ook.
Dat Plattdütsch blots nich uutsterb´n deit, nich sachten un nich met´n Ruck.

De Charta is dat Schutzschild, dat Plattdütsch wierer bliwwt;
de Stoat mütt doahoah kieken, dewiel uns dat all bedriwwt.

 

Sollten auch Sie Ereignisse und Infomationen rund um das Niederdeutsch kennen und mitteilenswert finden, lassen Sie uns das wissen, damit wir es über´s Internet oder brieflich auch anderen weitersagen können. 

VERANSTALTUNGEN

Mo., 18. Dez., 12:00 Uhr
Platt in Schwedt