Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Stadtkus in Kyritzer Heimatstube

Endlich würdigt seine Heimatstadt Ernst Stadtkus mit einer Ausstellung!“ Ein klares Wort von Annemarie Ostermeier zur Eröffnung der Schau über den Kyritzer Mundartdichter in der Heimatstube am Franziskanerkloster. Die 84jährige ist mit dem schreibenden Eisenbahner über die Dörfer getingelt, hat seine Gedichte und Geschichten vorgetragen und gesammelt. Seine hoch- und plattdeutschen Gedichte und die wenigen Fotos füllen die Bilderrahmen an den Wänden. In den Vitrinen in der Mitte des Raumes vergilbte Hefte, einzeln getippte Blätter auf dünnem Durchschlagpapier und das Originalmanuskript vom Stoppelhopser. Das Büchlein, das Ernst Stadtkus landesweit bekannt machte, erzählt es doch von seiner Prignitzer Kindheit auf dem Lande im kaiserlichen Preußen.

Notiert hat der Eisenbahner seine Erinnerungen erst als reifer Mann in der einstigen DDR. Hans Marchwitza heißt es, habe den Text redigiert. Ermutigt wurde der schreibende Arbeiter aber auch von Ehm Welk und Irma Harder.

Mien Landstroat dörch ´d Läwen

Wass holprig un schwer.

Mien lütten Geldbüdel

Wass meistendeels leer.

Mancheener hätt sick

een Fuhrwerk bestellt;

Ick hew de Steen

upp de Straoten tellt.

 

Von Kind upp ging daet

Bergupp un bergaw

Dörch Näwel un Rägen,

un immer in Draw.

An Diesteln un Durn

Mußt ik mi gewöhn,

denn mien Stroat

wass een Feldwegg

un doch - he wass schön!   Ernst Stadtkus

Der Heimatverein hat zusammen mit den Kyritzer Plattfreunden erstmals viele Puzzelteile aus dem Leben von des 1987 verstorbenen Ernst Stadtkus zusammengetragen, denn der Prignitzer ist ein Spätberufener. Aus einfachen Verhältnissen stammend hatte er als Knecht, später Eisenbahner seinen Lebensunterhalt vor allem mit harter körperlicher Arbeit verdient. Mit knapp Fünfzig greift der fünffache Vater zur Schreibfeder und fängt das Leben auf dem Lande in Versen oder Spielszenen ein. Auf Hochdeutsch und platt, denn „Platt schriew ick immer am leewsten, weil dat de erste Sproak was, de ick van mien Ollern lehrt heb.“ Vieles veröffentlicht er in der Lokalzeitung oder in den Heimatblättern des Kulturbundes. Vor allem seine plattdeutschen Reime von Mudder Möllersch, der Ollen Schmedten oder Naturbetrachtungen machen ihn populär. Einige davon kann man immerhin jetzt nachlesen – in der Kyritzer Heimatstube, wo noch bis Ende April an Ernst Stadtkus erinnert wird.

Lesungen finden am 17.März um 13 Uhr30 mit Wolfgang Hörmann und der Tochter des Dichters und am 14.Apri um 14 Uhr mit Annemarie Ostermeier statt.

 

VERANSTALTUNGEN

Mo., 23. Apr., 15:00 Uhr
Potsdamer Plattrunn
 
Di., 24. Apr., 18:00 Uhr
Wittstocker Plattstammtisch
 
Do., 26. Apr., 17:00 Uhr
Platt in Prenzlau
 
Di., 1. Mai., 14:00 Uhr
Platt bi Ploigt in Bälow
 

PLATT IN UNS KIRCH

21. Mai., 10:00 Uhr
Plattdüütsch in der Schlosskirche Köpenick