Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

Melden Sie sich für unseren Newsletter an:

Luune is ne Republik für sich!


Heißt es nicht ohne Stolz in dem Tausendseelenort im südlichsten Zipfel des Nationalparkes Unteres Odertal. Immerhin hat das Dorf 750 Jahre überstanden: Der Dreißigjährige Krieg hatte das Bauern- und Fischerdorf fast entvölkert, doch Pfälzer und Franzosen füllten die Reihen wieder und brachten Tabakpflanzen mit. Die gediehen so prächtig, daß die Lunower sich 1906 einen eigenen Kindergarten bauen konnten – den ersten Brandenburgs. In dem imposanten Klinkerbau werden auch heute noch Kinder betreut. Ab und an kommt Oma Anje und redet Platt mit den Lütten. Luunsches Platt – ein besondere Form des Mittelmärkischen Platt´s,

das der ehemalige Pfarrer Ludolf Parisius sogar in einem Weigenen Wörterbuch festgehalten hat.

Fotos: Astrid Flügge

Die Alteingesessenen spräken noch heute so miteinander und stemmen sich gegen das Verschwinden ihrer Muttersprache. Dafür hat der Lunower Heimat- und Museumsverein jetzt sichtbare Zeichen gesetzt: treffender gesagt Schilder. Rote Emailleschilder, auf denen die alten, meist plattdeutschen Straßennamen zu lesen sind, unter den offiziellen Straßenschildern:                                                                                                                                                                                 Stroaten hätt Luune diä Menge, diä ligg´n mi so an´t Härz,                                                                                                                                                             to Linken liggt Hoahn‘enge,to Recht dä Änt’schnärz.

Luis, Mathilda, Luka, Ida, Ludmilla und Margarete hatten dafür mit Oma Anje passende Reime und auch das Lied vom verschlafenen Jakob in Luunschem Platt gelernt. Unter der Schulstraße kann man jetzt “Hoahn’enge“ lesen und unter Zum Hölzchen „Stää“. Anschließend gab´s für alle Eis im Café Goldrand, das in den alten  Stallungen des evangelischen Kindergartens eingerichtet wurde.                                                                                Im Hofgarten werden hier vom Mai bis Oktober mittwochs bis sonntags Einheimische und Touristen, vor allem Radler vom nahen Oderradweg mit selbstgebackenem Kuchen bewirtet: Manch einer staunt dann nicht schlecht über die Speisekarte im Luunschen Platt. Und wer ein wenig Zeit hat, schaut noch ins Dachbodenmuseum hinein.

Die bunte Sammlung alter Arbeitsgerätschaften, Einrichtungsstücke und Spielsachen haben die Lunower gestiftet und mit etwas Glück bekommt man auch eine kleine Führung in Luunschem Platt.

 

VERANSTALTUNGEN

Do., 23. Aug., 17:00 Uhr
Platt in Prenzlau
 
Mi., 5. Sep., 13:30 Uhr
Plattdüütsch in japanischen Goorn Bartschendorf
 
Do., 13. Sep., 14:00 Uhr
Rheinsberger Platttreff
 
Do., 27. Sep., 17:00 Uhr
Platt in Prenzlau
 

PLATT IN UNS KIRCH

3. Okt., 14:30 Uhr
Plattdeutscher Gottesdienst in Liebenberg
 
4. Nov., 10:00 Uhr
Plattdeutscher Gottesdienst in Putlitz
 
4. Nov., 14:00 Uhr
Plattdeurtscher Gottesdienst in Großderschau