Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Rundbreef Februar 2015

Leeve Plattschnacker inn Brannenborch!

Es ist schön, daß sich immer wieder Plattsprecher bei uns melden . Gerade kam von Volker Otto Tubandt  Post. Er lebt in Lunow an der Oder und hat als Kind Luunsches Platt kennengelernt, jetzt engagiert er sich im Heimatverein dafür, daß es auch weiter gesprochen wird. Zum Beispiel führt er zusammen mit anderen Laiendarstellern "De luunsche Hochziet" auf - das ist die 37strophige Geschichte einer Vermählungsfeier von 1702. Zu sehen ist das in Auszügen am 14. Februar um 18 Uhr 30 im RBB.

Gemeldet haben sich auch unsere Großderschauer Freunde . Sie haben gerade eine CD mit Christa Grähn herausgebracht, der Nestorin der Plattgruppe im Kolonistenort. Ihr Jahreshöhepunkt wird ein Heimatfest im Juni sein. Helga Klein lädt im Namen des Museums Kolonistenhof am 14. Juni zum Plattdeutschen Tag ein. Das Programm wird bei den Terminen nachzulesen sein. Auf alle Fälle wird auch der Havelberger Chor erwartet. Das Ensemble ist sei 17 Jahren sehr eifrig dabei, auch palttdeutsche Lieder zu singen. Vor allem in der Westprignitz sind sie oft zu hören, schließlich ist Havelberg eine Prignitzstadt mit Prignitzmuseum im Dom. Leider hat die Länderbildung das 1990 nicht berücksichtigt. Jetzt aber bringt uns die Havel-BUGA wieder zusammen - natürlich auch mit neuen Plattdeutschen Liedern und einer neuen CD. Danke an Rotraud Stock, die uns auf dem Laufenden hält.

In Prenzlau freuen sich die Freunde vom Adbeernest auf ihr Jubiläum im September. Am 11.9.2015 feiern die Plattfreunde ab 15 Uhr ihr 20 jähriges Bestehen im Dominikanerkloster. In Potsdam haben wir angefangen, mit Plattsprecher der Landeshauptstadt in Kontakt zu kommen. Im März ist unser 2. Treffen.

Es gibt also einiges im Kalender zu vermerken und zur Einstimmung in andere Plattregionen hänge ich auch noch Texte aus dem Fläming und  Havelberg an das Schreiben an

        

 Wolf-Dieter Boche                              Fassnacht up'n Fläemingdorp

 

Eenmoal int Joahr häen de Liede up't Dorp in'n Fläeming sau richtich gefie'ert.

Fassnacht'n ward nur in'n Fläeming jefie'ert.

De Jastwirt un de Juejend häen utjemoakt, wenn denne Fassnachten sinn sull, awwer sau, dat es nich an'nen selwen Dach woar wie in't Dorp näem'an.

Jefie'ert häen alle, ook Jäste ut de Stadt un Vewanntschaft woarn injeload'n un dea Jujent ut dett Nachbardorp is ook jekoam.

Up'n Soal hät de Juejend een Platzmeester utjesucht un denn jings loot mett det danzen. De Platzmesster jing rum un häet Bure oder Liede ut de Stadt däen Huet upjesetzt unn denne musste dea ne Loa'e jebn. Doa woar schnelle Stimmung in'n Soal. Jedanzt wurr bes de Sock'n schmook'tn. De Ollen, ooch de Verhierad'ten häen nich mettjemoakt. De Frouens häen tujekiekt un de Mansliede häen Koarten jespäelt. Middernachte joahn se alle na Huus um tu äeten. Bie't Fassnachten häen se nich jefasstet! Däe Bure hett en Schwien jeschlacht, Kuke woar jeback'n unn Klemmkuke, een janzen Waschkorf full. De Burschen unn Mäkens häen Jäste mit injeload'n un denne ward jejessen.

De Mudder, de Mäade un de Jrootmudder häen de Arweet deväer jehett.

Um Tweeje hett de Musike wedder anjefang'n tu späelen. Dat jing denne bis frieh um Sechse un de Juejend is denne durch's Dorp jeloop'n un hett jezempert.

Doatomoals sin se mit Masken jeloop'n un häen jesung'n oder nen Zemperspruch jesett:                                                Hiete is dea Fassanchtsdach

                                               Häen je ook recht fett jeschlach't?

                                               Jäen je mee en Sticke Speck,

                                               denn joa ick balle wedder wech.

                                               Jäen je mee en Jlas Bier,

                                               denn bin ick nächschtet Joahr

                                               um die Tied wedder hier.

Twee Doare un twee Nächte häen se jefie'ert, dat woarn de Juejendfassnacht. Jeschlop'n häen se denne hingerher.

Twee Wochen späeder häen de Verhieradeten jefie'ert, awwer nur een Dach. Dat hett denne Männerfassnacht jeheeß'n. Aschermittwoch woar et väerbee. De Liede sin wedder an'ne Arweet jejang'n un häen sich ville vertellt öwer de schiene Fassnachtstied un jefreit up's näejste Joahr.

 

 

 

De Dokter Wald  Prignitz-Platt

plattdütsch översett v. Rotraut Stock 2015

 

Hebb ick moal Koppweihdoag´ un een´ Neurose,

keeneen versteiht mi un ick fööl mi olt,

denn goah ick noah denn Dokter Wald!

 

He wöhnt janz dichten bie, glieks nevenan;

he is mien Oogendokter, mien Psychater,

mien Orthopäd´, mien 

 

He hülpt mi jümmers över jedeen´n Koater

- egoal, ob de ut Kummer orer Cognac is,-

 

He höllt nich vööl vun Pülverchen un Pille,

vööl miehr höllt he van Luft un Sünnenschien!

ook wenn sien Praxis ümmer vull is,

 - bi em, doa loop ick mi jesund! -

 

He brengt uns jümmers up de Been´,

verhinnert Fett un Jallensteen´,

den Blutdruck rejelt he un dat Jewicht,

bloots Husbesööke moakt he nich!

 

 

 

 

Rundbreef Januar 2015

Leeve Plattschnacker inn Brannenborch!

Das neue Jahr steckt in den Kinderschuhen, ich nutze also die Gunst der Stunde und wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr. Es wird spannend, denn es ist das erste im Bestehen unseres Vereins. Immerhin verbindet er 15 Freundeskreise im Land Brandenburg, die sich der Pflege des Niederdeutschen in den regionalen Fassetten verschrieben hat. In diesem Jahr wollen wir uns auf die Nachwuchsarbeit an Schulen und Kindertagesstätten konzentrieren und den Europäischen Sprachentag am 26. September. Natürlich soll dabei der Schnack auf Platt nicht zu kurz kommen. Damit weitere Plattfreunde dazu stoßen können, ist es wichtig, dass Ihr uns regelmäßig über eure Termine und Ereignisse informiert. Das hat jetzt auch Heidi Schäfer getan. Sie wird am 11. Januar um 18:30 Uhr mit der „KINNERSCHOOL“ in der RBB-Sendung „THEODOR“ zu erleben sein. Auch unser Wittstocker Vereinsmitglied Dr. Wolfgang Dost kommt zu Wort ebenso der Sewekower Erhard Nöhmke, der ja auf unserer Internetseite zu hören ist.

Also: RBB „Theodor“ einschalten am 11.1.2015 18:30 Uhr.

Zur Einstimmung auf das neue Jahr möchte ich das Schreiben mit einem Gedicht von Doris Meinke im Uckerplatt beschließen.

 

Doris Meinke

 

Uns Mutter

 

Is`t bloot tofällig, dat et hit:

Uns Mutter,

uns Muttererd,

uns Mutterspråk?

 

Ik glöw nich!

 

Uns Mutter is de, de de Familch tohphöllt,

bekåkt un möckt un deit.

Wenn de Kinner ut Hus sind,

is se ålt wordn mit de Wiel.

 

Uns Muttererd pust all mächtig

Unner de Lasten un denn Qualm.

Bös? – Bös is se uns so ganz woll nich.

Denn dår is de klei Blom,

de twischen de Steener wasst.

 

Uns Mutterspråk het all väl Jåhrn up`n Puckel.

Dår is`t keen Wunner, dat si möd ward.

In ehr best Tieden müsst se

In all Amtsstuben, up d´ Stråt un oewerall sind.

Hüt sitt se oft in d` Eck un is ganz still.

Trurig ook, dat se verjäten ward.

 

Nä Mutter, dat låt ik nich to!

Ik kumm, ik help di!

Blief sitten, ruh di ut, verpust di ees,

dat hest di verdehnt.

Ik roop ook all de annern Kinner tosamm`.

Wenn wi di all wat affnähm,

denn geiht di dat besser – warst sehn.

Heff keen Angst un lach werrer!

Ik sett no een` rupp – warst sehn.

Ik måk di schön un putz di rut.

 

Glöw mi dat – Mutter – ik måk dat!

 

De annern warden seggen:

Uns Mutterspråk is jå ook noch dår,

un so dumm is se jå går nich.

Im Gägendeel, de mökt sich jå un geiht mit Tied,

un schmuck sühts ut.

Good dat s` noch dår is!

Hoffentlich bliwt se lang noch gesund!

 

Glöw mi dat – Mutter – ik måk dat!

 

 

 

 

Rundbreef Dezember 2014

Leve Plattsnacker un Frünn im Land!

 

In der Adventszeit finden sich unsere Plattsprechergruppen in stimmungsvollen Runden zusammen . Wolf-Dieter Boche hat uns einen Text aus dem Fläming herausgesucht. Hier wird in Flämingisch über die Weihnachtszeit erzählt, wie sie Richard Oertel in seinem Heimatdorf Hohengörsdorf bei Jüterbog erlebt hat.

Vor Wiehnachten in'n Fläeming

Met däen erschten Sunndach in'n Advent sin wee in'n Wiehnachtskrees injedräetn, däer reekt äewa Wiehnachten un Neejoahr bes hen in'ne Epiphistiestied. Et is no nich mäehr lange hen bes Wiehnachten. De Kingere häen anjefang'n, dea Doa bes Wiehnachten tue telln. In jedet Huus hängt en Adventskranz an vier rode Bängere, ut Fichten odder Dannenjrien jefluchten un met vier rode Kerzen bestoaken. An'n eerschten Advent brennt eene Kerze, met jeden Advent kummt eene wietere datue, bes denne an'n vierten Advent allens viere brennt.Noch um 1900 woar deä Adventskranz no lange nich in jedet Huus up'n Fläeming tue fingere, Sau janz allmäehlich is'et met eäm eerscht sau gewurde'n, dat 'e tue däe Adventstied jeheerte.Wuran loag dat woll? Eenmoal woll doaran, dat et up'n Fläeming keene Fichten- odder Dannenwäldere nich jejäewen hett, blot Kiefern. De Christbeeme mieten jau ook ut annere Landschaften ranjehoalt warn, weil et dörchut Fichten häet sin mieten. Et kann woll ook sin, dat de beede Weltkrieje datue beejedroahn häen, dat wee un's Advent ut alle Deele van unset Land desammjefiehrt un dodörch kamm woll ook mänjer Bruuk in't wannern.In de Wochen ferr Wiehnachten is dat Familjenläewen janz besundersch intensiv. In keene annere Tied van't Joahr is dat Meteenaner van'ne Familje, ob jung odder olt, sau enge wie in dese Doa. Et sin besonnere Oarbeed'n, de Junge un Olle, Ellern un Kingere meteenanner vereenen, Oarbeed'n dea hinfiehrn up Wienachten.  Doa joaht et z.B. doarum, Christboomschmuck tu bou'n odder hertu-richtene. Doa warrn Sterne ut Strau jebastelt, Näete met Stanniol verjoldet odder versilwert.„Et wiehnachtet sehre“ Mudder is dabee, Kleenjebäck tu back'n, dat ook als Christboomschmuck joat, wenn nichte Huuswalds Mudder, de Semmelfroae, schon an'n letzten Sunnoand dat in't Huus jebracht hadde. Un dear Schuelmeesta in'ne Schoele jeppt ook en poar Stundene häe, dat de Kingere ook in'ne Schuele met Wiehnachtsoarbeed'n rumpusseln.Doa warrn Wiehnachstsymbole- Lichtere, Starne un Kriwwene jebout un tu Transparente jeformte, däe danne an'T Fenstere odder ungern Christboom ähren Platz häen. In de Verfreede up Wiehnachten, dea bee oll disse Oarbeed'n hrenjewachsen is, häen denne ook Jeschichten van Peter Rosegger, van Selma Lagerhöff, van Anna Schieber un annere äehren jueden Platz , in'ne Schoele un ook in'ne Familje, un Wiehnachtsliedere ook! Un dat de Spannung imma jräetter ward bee Kingere un ook bee dea Erwachsene, je wieter man rankoam an'ne Wiehnacht'n, dat woar in Jeesdorp nich anners als in Boche un in Maldrhuusen.

Wir freuen uns über solche plattdeutschen Texte aus den Regionen und sammeln sie auch im Internet. Unter der neuen Rubrik: Dit un Dat up platt kann sie jeder nachlesen. Wer also Geschichten, Gedichte von einst aber auch über heutige Themen hat, kann sie uns schicken. Bei der Gelegenheit möchte ich auch daran erinnern, daß wir weiter interessiert daran sind, wann und wo sich Plattsprecher treffen oder wo sie in den Regionen selbst auftreten, damit wir im Internet immer aktuell bleiben.  Hinweisen möchte ich noch auf die plattdeutsche Weihnachtsandacht am 28. Dezember in der Köpenicker Schlosskirche um 10 Uhr und auf ein Adventsangebot des Instituts für niederdeutsche Sprache in Bremen ,mit dem wir kooperieren. Sie haben aus verschiedenen Regionen für jeden Tag im Advent ein plattdeutsches Gedicht zusammengetragen. Unter www.ins-bremen.de sind sie zu finden.

Eene scheene Adventstied wünscht

Astrid Flügge

 

VERANSTALTUNGEN

Mi., 28. Aug., 15:00 Uhr
LAGA Klönbank Wittstock
 
Mo., 2. Sep., 14:00 Uhr
Harwst is Erntetiet
 
Di., 3. Sep., 14:00 Uhr
Platt in Ploigts Gasthof
 
Do., 5. Sep., 14:00 Uhr
Großderschauer Plattschnack
 

PLATT IN UNS KIRCH

1. Sep., 15:00 Uhr
Kirchenplatt in Staaken-Gartenstadt
 
29. Sep., 10:00 Uhr
Platt in uns Kirch in Rheinsberg
 
27. Okt., 10:30 Uhr
PLatt in Stüdenitz