Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Trüchdenken-Besinnen-Vertellen mit dem Erinnerungsbuch

Foto: Astrid Flügge

Zurückdenken, erinnern, erzählen -Das gelingt im Alter mitunter nicht mehr so gut. Demenz ein Thema in unserer Gesellschaft, dem auch mit Plattdeutsch begegnet werden kann. Die Muddersproak/Muttersprache ist für viele Norddeutsche, die Sprache, die Menschen mit Gedächtnisverlusten am längsten bleibt. Platt kann eine wichtige Erinnerungsbrücke sein, die Vertrauen schafft,Wertschätzung und Verständnis zeigt. Mit vielen Erfahrungen waren am 3.Mai im Wittstocker Rathaus Altenpfleger, Ausbilder und Politiker zur Tagung "Platt in de Pleeg "aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg/Vorpommern, Sachsen/Anhalt, Sachsen und natürlich Märker in die Dossestadt gereist.

Foto: Astrid Flügge

Die Niedersachsen – so Heinrich Siefer vom Bundesraat för Nedderdeutsch- arbeiten bereits seit mehr als 10 Jahren mit Platt in der Pflege und gaben den Anstoß im Bundesraat für die erste Pflegebroschüre „Respekt für mich…“. Inzwischen gibt es fast in allen Niederdeutsch-Ländern, spezielle Pflege-Wörterbücher up Platt. In Brandenburg entstand 2017 in Wittstock das Sprachset „Platt helpt“. Im Oldenburgischen ist Platt sogar Teil der Ausbildung von Altenpflegern an der Berufsbildenden Schule Wildeshausen geworden, erzählt engagiert Helle Einemann-Gräbert. In kurzen Filmen zeigen ihre Schüler der BBS, wie ihnen Niederdeutsch bei der täglichen Arbeit mit Alten hilft. Platt ist an der BBS Wildeshausen seit diesem Jahr Pflichtfach geworden. Einzigartig bisher! Aber auch einige Krankenhäuser greifen auf Plattdeutsch zurück. So die Asklepios-Klinik in Hamburg oder die Euregio-Klinik Nordhorn, die auch in anderen medizinischen Situationen erleben, wie nützlich es ist, auf die Muttersprache zurückgreifen zu können. Die kann auch russisch, türkisch oder vietnamesisch sein. Es kommt darauf an, welche Sprache zuerst erworben wurde.  Auch sorbisch ist eine solche Erstsprache, erzählt die Leiterin des sorbischen Pflegeheims in Crostwitz Monika Wenzel.Foto: Astrid Flügge

Nur die medizinische Dokumentation erfolgt hier auf Deutsch, sonst ist Sorbisch der alltägliche Brückenbauer zwischen Pflegern und den Bewohnern. Die Muttersprache Niederdeutsch ist in Brandenburg bisher nur im Raum Wittstock im Krankenhaus und in Pflegediensten z.B der AWO im Einsatz. Hier gab´s an der Volkshochschule ein „Platt-Diplom für Altenpfleger“. Eine größere Verbreitung ist wünschenswert, darin waren sich die Tagungsteilnehmer einig – auch die anwesenden Politiker von der Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann bis zum Staatssekretär im Gesundheitsministerium Andreas Büttner. Dieser macht Spielräume in der Ausbildung für Niederdeutsch oder Sorbisch aus und möchte das Kompetenzzentrum Demenz einbeziehen. Auch für die Linken-Bundestagsabgeordnete ist es wichtig, das Niederdeutsche als Teil der Regionalität  in Pflege und Familie weiter zu fördern. Immerhin ermöglichte ein Landeszuschuß, daß der Bundesraat und Brandenburgs Landesverein für Niederdeutsch das Wittstocker Treffen organisieren konnten. Hilfreich für alle Tagungsbesucher dürfte das Erinnerungsbuch sein, das der Bundesrat für Niederdeutsch auch mit Brandenburgischer Förderung herausgebracht und in Wittstock vorgestellt hat. Die Nachfrage war gleich groß. Im Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg in der Charlottenstraße 31 gibt es Nachschub.

Foto: Astrid Flügge

VERANSTALTUNGEN

Di., 19. Nov., 18:00 Uhr
Platt an VHS Wittstock
 
Mo., 2. Dez., 14:00 Uhr
Wiehnachtsaeten in Schwedt
 
Di., 3. Dez., 14:00 Uhr
Platt in Ploigts Gasthof
 
Di., 3. Dez., 18:00 Uhr
Platt an VHS Wittstock
 

PLATT IN UNS KIRCH

1. Dez., 15:00 Uhr
Ostfriesengottesdienst in Berlin