Premiere: Literarische Stadtführung „Lewenswege“ in Prenzlau
Die literarische Stadtführung „Lewenswege“ erlebte am Samstag, 30. Mai 2026, in Prenzlau ihre Premiere. Dieser erste Rundgang stand unter dem Thema „Auf den Spuren von Max Lindow.“ Plattsprecherin Doris Meinke entwickelte das neue Format und führte das Publikum durch die Stadt.

Doris Meinke (3.v.r.) führte eine Gruppe bei der Stadtführung "Lewenswege" durch Prenzlau.
Sie rückte bei dieser ersten Veranstaltung mit Max Lindow (1875 bis 1950) den bekanntesten Heimatdichter der Uckermark in den Mittelpunkt. Sein künstlerisches Schaffen umfasst unter anderem Bücher in Platt- und Hochdeutsch, Bühnenstücke, Gedichte und Illustrationen. Von 1919 bis 1944 erschienen von ihm gut 1300 Texte in der Plattdütsch Eck, der wöchentlich erschienenen Sonntagsbeilage des Uckermark Kuriers.
Treffpunkt und Start jeder Stadtführung ist die örtliche Touristinformation. Der Rundgang begann mit einem Verweis auf einem ehemals historischen Ort am Markt. In der Gaststätte von I.P. Lang gründete Max Lindow 1912 den niederdeutschen Verein „Unnern Wiedenboom.“ Diese Gaststätte wurde im Frühjahr 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, zerstört.
Die literarische Stadtführung „Lewenswege umfasste acht Stationen, dauerte zwei Stunden und führte quer durch die Stadt. In der Nähe des Rathauses machte Doris Meinke beispielsweise darauf aufmerksam, dass Max Lindow einst in der Nähe gewohnt hatte. „Mehr als 1000 Schüler unterrichte Max Lindow in Prenzlau“, sagte sie. Die plattdeutsche Sprache lag Max Lindow besonders am Herzen, auch im Unterricht. „Damit hat er der plattdeutschen Sprache eine Zukunft gegeben“, sagt Doris Meinke.
Bei dem Rundgang am 30. Mai 2026 trat auch das Publikum in Aktion: Ein Besucher trug Gedichte von Max Lindow vor. Ein anderer brachte einen musikalischen Beitrag, bei dem die Gruppe mit einstimmte. „Von diesen Aktionen leben die Stadtführungen und bringen die Menschen schnell zusammen“, sagt Doris Meinke. Auch das buchstäbliche Sprücheklopfen kam bei dem Rundgang nicht zu kurz. Denn Bänke mit Plattsprüchen sind ein Markenzeichen in Prenzlau.
Einmal im Jahr wird nun die literarische Stadtführung „Lewenswege“ Persönlichkeiten aus Prenzlau und der Region in den Mittelpunkt rücken. Dabei verbindet Doris Meinke Heimatgeschichte mit Plattdeutsch und beleuchtet auf unterhaltsame Weise die Biografien von ausgewählten Bürgern der Stadt.
Wer Interesse an der Stadtführung „Auf den Lebenswegen von Max Lindow“ hat, kann diesen Rundgang bei der Touristinformation in Prenzlau telefonisch unter 03984 75163 oder per E-Mail an
Text: Christamaria Ruch
Bild: privat
