Der Tag der niederdeutschen Sprache in Wittstock

Anlässlich des Europäischen Tages der Sprache stand der Tag der niederdeutschen Sprache am Sonntag, 20.September 2026, im Rathaus in Wittstock auf dem Programm. Aktivitäten rund um die zweisprachigen Ortstafeln im Land Brandenburg und das Jubiläum 15 Jahre Stammtisch Niederdeutsch 

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Zu den Gästen gehörten Vertreter des Brandenburger Kulturministeriums und des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

an der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin, Regionalstelle Wittstock, standen im Mittelpunkt. Das Programm lockte gut 70 Zuschauer aus nah und fern. Der Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg bereitete die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Stadt Wittstock vor. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg war mit Abteilungsleiter Michael Brentrup, Referatsleiter Clemens Neumann und Referentin Cathleen Bürgelt vertreten.

Der Tag der niederdeutschen Sprache wird seit 2012 in Wittstock gefeiert „Seit 2001- also seit genau 25 Jahren - wird der europäische Tag der Sprache am 26. September begangen und erinnert an die sprachliche Vielfalt in Europa“, sagte Jörg Gehrmann, Vorsitzender im Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg, bei seiner Begrüßung. Für ihn steht „Sprache immer auch im engen Zusammenhang mit Verständigung.“

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Der Freundschaftsvertrag zwischen den Städten Prenzlau, Stavenhagen und Wittstock wurde bei der Veranstaltung belebt. 

Bei der Veranstaltung wurde der Freundschaftsvertrag zwischen den Städten Prenzlau, Stavenhagen und Wittstock belebt. Neele Hübner, Niederdeutsch-Botschafterin des Landes Brandenburg, kam zugleich als Vertreterin der Stadt Prenzlau. Peter Dumjahn war für die Reuterstadt Stavenhagen zu Besuch und Holger Schönberg vertrat als stellvertretender Bürgermeister die Gastgeberstadt Wittstock.

Abteilungsleiter Michael Brentrup erinnerte in seinem Grußwort an die niederdeutschen Aktivitäten, die in den vergangenen Jahren im Land Brandenburg auf den Weg gebracht wurden. Dazu zählen das Niederdeutschgesetz, die Ernennung des Vereins für Niederdeutsch zum anerkannten Dachverband und von Neele Hübner zur Niederdeutsch-Botschafterin.

„Dieser Tag macht deutlich, wie lebendig unsere Sprache ist. Und für uns hier in Brandenburg ist er eine schöne Gelegenheit, einen genaueren Blick auf unsere Sprache zu richten, die zu unserer regionalen Identität gehört“, sagte Neele Hübner. Denn: „Plattdüütsch is en Stück von uns Geschicht, en Stück von uns Kultur – un för veel Lüüd ok en Stück Tohus.“

Mit Blick auf die zweisprachigen Ortstafeln im Land Brandenburg sagte Neele Hübner: „Wir wollen heute Niederdeutsch sichtbar und hörbar machen – zum Beispiel mit den zweisprachigen Ortstafeln, die zeigen: Platt gehört zu Brandenburg und darf auch im öffentlichen Raum seinen Platz haben.“

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Martin Schäfer (vorn Mitte), Antje Hagendorf (hinten 2.v.r.) und Kathrin Kluge (hinten rechts) berichteten von niederdeutschen Aktivitäten in ihren Orten. 

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Seit 2023 trägt Lunow den niederdeutschen Namen Luune auf seiner Ortstafel.

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In den Orts- und Gemeindeteilen der Stadt Wittstock gibt es inzwischen zwölf zweisprachige Ortstafeln. 

Zur Erinnerung: Seit 2020 können Gemeinden im Land Brandenburg ihren niederdeutschen Namen auf das Ortsschild setzen lassen. Grundlage ist ein Erlass des Brandenburgischen Infrastrukturministeriums vom Februar 2020. Inzwischen gibt es 15 zweisprachige Ortstafeln im Land Brandenburg. Sewekow, ein Ortsteil der Stadt Wittstock, machte im Juli 2020 landesweit den Anfang. Daran erinnerte ein Kurzfilm von Klaus Falk, der bei der Veranstaltung gezeigt wurde.

Sewekows Ortsvorsteher Martin Schäfer verbindet mit Niederdeutsch vor allem die Kinnerschool in Sävko, in der Heidi Schäfer von 2008 bis 2025 Kinder von der Kita- bis zum Ende der Grundschulzeit Plattdüütsch vermittelte. Kathrin Kluge und Antje Hagendorf vom Heimat- und Museumsverein in Lunow sind stolz auf ihre zweisprachige Ortstafel. Dies brachten sie bei ihrem Vortrag zum Ausdruck. Lunow wirbt seit 2023 auch mit seinem plattdüütschen Namen Luune. Antje Hagendorf ist Muttersprachlerin des Luunschen Platt und setzt sich vor allem für die niederdeutsche Bildungsarbeit in Kita und Schule ein. Dafür entwickelt sie immer wieder neue Lehrmaterialien, unterrichtet Woche für Woche den Nachwuchs in Lunow-Luune und erzählte nun im Luunschen Platt aus ihrem Alltag in der Schule.

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Niederdeutsch sichtbar machen: Holger Schönberg freut sich über die zwölf zweisprachigen Ortstafeln in der Stadt Wittstock.  

Holger Schönberg begleitete in den vergangenen Jahren den Weg hin zu den zweisprachigen Ortstafeln in der Stadt Wittstock Zwölf der bisher 15 zweisprachigen Ortstafeln in Brandenburg befinden sich in Orts- und Gemeindeteilen der Stadt Wittstock. „Der Stadt war dabei wichtig, dass auch die Ortsteile entlang der Hauptverkehrsachsen zweisprachige Ortstafeln erhalten“, so Holger Schönberg. Denn mit den zweisprachigen Ortstafeln wird öffentlichkeitswirksam Niederdeutsch sichtbar gemacht. Außerdem gibt es zweisprachige Ortstafeln in Fredersdorf-Fräesdörp (Potsdam-Mittelmark) und Bebersee-Beversee (Uckermark).

Das Kaffeetrinken bei der Veranstaltung unterstützte die Bäckerei Hausbalk aus dem Wittstocker Ortsteil Fretzdorf und sponserte den Kuchen. Das MWFK und die Stadt Wittstock förderten die Veranstaltung mit Finanzmitteln.

Text: Christamaria Ruch

Bilder: Klaus-Dieter Kluge (1), Christamaria Ruch (5) 

gefördert mit
land brandenburg mwfk

VERANSTALTUNGEN
So., 27. Sep.., 17:00 Uhr
Filmschau "Von Icke bis Platt" in Kossenblatt
 
Do., 1. Okt.., 14:00 Uhr
Plattsnacker aus Legde besuchen das Pfarrhausmuseum in Blüthen
 
Di., 6. Okt.., 14:00 Uhr
Plattrunde in Bälow
 
Di., 6. Okt.., 18:00 Uhr
VHS Stammtisch Plattdeutsch Wittstock
 
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