Platt in Brandenburg

Wo man in Brannborch Plattdüütsch snackt

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Rundbreef Januar 2015

Leeve Plattschnacker inn Brannenborch!

Das neue Jahr steckt in den Kinderschuhen, ich nutze also die Gunst der Stunde und wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr. Es wird spannend, denn es ist das erste im Bestehen unseres Vereins. Immerhin verbindet er 15 Freundeskreise im Land Brandenburg, die sich der Pflege des Niederdeutschen in den regionalen Fassetten verschrieben hat. In diesem Jahr wollen wir uns auf die Nachwuchsarbeit an Schulen und Kindertagesstätten konzentrieren und den Europäischen Sprachentag am 26. September. Natürlich soll dabei der Schnack auf Platt nicht zu kurz kommen. Damit weitere Plattfreunde dazu stoßen können, ist es wichtig, dass Ihr uns regelmäßig über eure Termine und Ereignisse informiert. Das hat jetzt auch Heidi Schäfer getan. Sie wird am 11. Januar um 18:30 Uhr mit der „KINNERSCHOOL“ in der RBB-Sendung „THEODOR“ zu erleben sein. Auch unser Wittstocker Vereinsmitglied Dr. Wolfgang Dost kommt zu Wort ebenso der Sewekower Erhard Nöhmke, der ja auf unserer Internetseite zu hören ist.

Also: RBB „Theodor“ einschalten am 11.1.2015 18:30 Uhr.

Zur Einstimmung auf das neue Jahr möchte ich das Schreiben mit einem Gedicht von Doris Meinke im Uckerplatt beschließen.

 

Doris Meinke

 

Uns Mutter

 

Is`t bloot tofällig, dat et hit:

Uns Mutter,

uns Muttererd,

uns Mutterspråk?

 

Ik glöw nich!

 

Uns Mutter is de, de de Familch tohphöllt,

bekåkt un möckt un deit.

Wenn de Kinner ut Hus sind,

is se ålt wordn mit de Wiel.

 

Uns Muttererd pust all mächtig

Unner de Lasten un denn Qualm.

Bös? – Bös is se uns so ganz woll nich.

Denn dår is de klei Blom,

de twischen de Steener wasst.

 

Uns Mutterspråk het all väl Jåhrn up`n Puckel.

Dår is`t keen Wunner, dat si möd ward.

In ehr best Tieden müsst se

In all Amtsstuben, up d´ Stråt un oewerall sind.

Hüt sitt se oft in d` Eck un is ganz still.

Trurig ook, dat se verjäten ward.

 

Nä Mutter, dat låt ik nich to!

Ik kumm, ik help di!

Blief sitten, ruh di ut, verpust di ees,

dat hest di verdehnt.

Ik roop ook all de annern Kinner tosamm`.

Wenn wi di all wat affnähm,

denn geiht di dat besser – warst sehn.

Heff keen Angst un lach werrer!

Ik sett no een` rupp – warst sehn.

Ik måk di schön un putz di rut.

 

Glöw mi dat – Mutter – ik måk dat!

 

De annern warden seggen:

Uns Mutterspråk is jå ook noch dår,

un so dumm is se jå går nich.

Im Gägendeel, de mökt sich jå un geiht mit Tied,

un schmuck sühts ut.

Good dat s` noch dår is!

Hoffentlich bliwt se lang noch gesund!

 

Glöw mi dat – Mutter – ik måk dat!

 

 

 

 

Rundbreef Dezember 2014

Leve Plattsnacker un Frünn im Land!

 

In der Adventszeit finden sich unsere Plattsprechergruppen in stimmungsvollen Runden zusammen . Wolf-Dieter Boche hat uns einen Text aus dem Fläming herausgesucht. Hier wird in Flämingisch über die Weihnachtszeit erzählt, wie sie Richard Oertel in seinem Heimatdorf Hohengörsdorf bei Jüterbog erlebt hat.

Vor Wiehnachten in'n Fläeming

Met däen erschten Sunndach in'n Advent sin wee in'n Wiehnachtskrees injedräetn, däer reekt äewa Wiehnachten un Neejoahr bes hen in'ne Epiphistiestied. Et is no nich mäehr lange hen bes Wiehnachten. De Kingere häen anjefang'n, dea Doa bes Wiehnachten tue telln. In jedet Huus hängt en Adventskranz an vier rode Bängere, ut Fichten odder Dannenjrien jefluchten un met vier rode Kerzen bestoaken. An'n eerschten Advent brennt eene Kerze, met jeden Advent kummt eene wietere datue, bes denne an'n vierten Advent allens viere brennt.Noch um 1900 woar deä Adventskranz no lange nich in jedet Huus up'n Fläeming tue fingere, Sau janz allmäehlich is'et met eäm eerscht sau gewurde'n, dat 'e tue däe Adventstied jeheerte.Wuran loag dat woll? Eenmoal woll doaran, dat et up'n Fläeming keene Fichten- odder Dannenwäldere nich jejäewen hett, blot Kiefern. De Christbeeme mieten jau ook ut annere Landschaften ranjehoalt warn, weil et dörchut Fichten häet sin mieten. Et kann woll ook sin, dat de beede Weltkrieje datue beejedroahn häen, dat wee un's Advent ut alle Deele van unset Land desammjefiehrt un dodörch kamm woll ook mänjer Bruuk in't wannern.In de Wochen ferr Wiehnachten is dat Familjenläewen janz besundersch intensiv. In keene annere Tied van't Joahr is dat Meteenaner van'ne Familje, ob jung odder olt, sau enge wie in dese Doa. Et sin besonnere Oarbeed'n, de Junge un Olle, Ellern un Kingere meteenanner vereenen, Oarbeed'n dea hinfiehrn up Wienachten.  Doa joaht et z.B. doarum, Christboomschmuck tu bou'n odder hertu-richtene. Doa warrn Sterne ut Strau jebastelt, Näete met Stanniol verjoldet odder versilwert.„Et wiehnachtet sehre“ Mudder is dabee, Kleenjebäck tu back'n, dat ook als Christboomschmuck joat, wenn nichte Huuswalds Mudder, de Semmelfroae, schon an'n letzten Sunnoand dat in't Huus jebracht hadde. Un dear Schuelmeesta in'ne Schoele jeppt ook en poar Stundene häe, dat de Kingere ook in'ne Schuele met Wiehnachtsoarbeed'n rumpusseln.Doa warrn Wiehnachstsymbole- Lichtere, Starne un Kriwwene jebout un tu Transparente jeformte, däe danne an'T Fenstere odder ungern Christboom ähren Platz häen. In de Verfreede up Wiehnachten, dea bee oll disse Oarbeed'n hrenjewachsen is, häen denne ook Jeschichten van Peter Rosegger, van Selma Lagerhöff, van Anna Schieber un annere äehren jueden Platz , in'ne Schoele un ook in'ne Familje, un Wiehnachtsliedere ook! Un dat de Spannung imma jräetter ward bee Kingere un ook bee dea Erwachsene, je wieter man rankoam an'ne Wiehnacht'n, dat woar in Jeesdorp nich anners als in Boche un in Maldrhuusen.

Wir freuen uns über solche plattdeutschen Texte aus den Regionen und sammeln sie auch im Internet. Unter der neuen Rubrik: Dit un Dat up platt kann sie jeder nachlesen. Wer also Geschichten, Gedichte von einst aber auch über heutige Themen hat, kann sie uns schicken. Bei der Gelegenheit möchte ich auch daran erinnern, daß wir weiter interessiert daran sind, wann und wo sich Plattsprecher treffen oder wo sie in den Regionen selbst auftreten, damit wir im Internet immer aktuell bleiben.  Hinweisen möchte ich noch auf die plattdeutsche Weihnachtsandacht am 28. Dezember in der Köpenicker Schlosskirche um 10 Uhr und auf ein Adventsangebot des Instituts für niederdeutsche Sprache in Bremen ,mit dem wir kooperieren. Sie haben aus verschiedenen Regionen für jeden Tag im Advent ein plattdeutsches Gedicht zusammengetragen. Unter www.ins-bremen.de sind sie zu finden.

Eene scheene Adventstied wünscht

Astrid Flügge

 

Rundbreef Oktober 2014

Leve frünn in Brandenborch!

Endlich ist es soweit, das Brandenburger Vereinsregister hat uns aufgenommen und den „ Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg“ mit einer Nummer versehen. Mit dieser konnten wir auch die letzten Formalitäten bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse abschließen: Sie hat uns mit folgenden Kontotaten ausgestattet:
IBAN  DE82160500001000867001
BIC WELADED1PMB

Wer also seinen Beitritt bereits erklärt hat, kann seinen Beitrag gemäß der Satzung überweisen. Wer Mitglied in unserem Verein werden möchte, meldet sich  bei uns. Wir freuen uns auf jede Verstärkung. Ansonsten bitte ich weiter um laufende Informationen aus den Regionen! Einen Überblick gibt es jetzt dazu auch im Internet. Unter  www.platt-in-brandenburg.de informiert der Verein ab jetzt über alle Ereignisse, Treffen und Projekte. Über Anregungen aus allen Landesecken freuen wir uns .

Denn man tau
Secht huet

Astrid Flügge

VERANSTALTUNGEN

Di., 21. Mai., 18:00 Uhr
Platt in Wittstock
 
Mi., 29. Mai., 15:00 Uhr
1.LAGA-Klönbank in Wittstock
 
Mo., 3. Jun., 14:00 Uhr
Is nu de Sommer doa?
 
Di., 4. Jun., 14:00 Uhr
Platt in Ploigts Gasthof
 

PLATT IN UNS KIRCH

26. Mai., 15:00 Uhr
Platt in uns Kirch in Sewekow